Du hast deine Analyse abgeschlossen, die Strategie steht und du weißt, in welche Richtung sich der Markt bewegen könnte. Jetzt musst du handeln. Doch „Kaufen“ ist nicht gleich „Kaufen“.
In diesem Artikel lernst du die wichtigsten Ordertypen kennen. Sie entscheiden darüber, zu welchem Preis du in den Markt einsteigst und – was noch viel wichtiger ist – wie du deine Verluste begrenzt und Gewinne sicherst.
🚀 1. Die Market Order: Der Direkteinstieg
Die Market Order ist die einfachste Form.
Du sagst deinem Broker: „Kaufe oder verkaufe jetzt sofort zum aktuell besten Preis am Markt.“
Vorteil: Dein Trade wird sofort ausgeführt.
Du bist garantiert dabei.Nachteil: Du hast keine Kontrolle über den exakten Preis. In sehr schnellen Märkten kann es zur sogenannten Slippage kommen – du steigst zu einem etwas schlechteren Preis ein, als du gerade im Chart gesehen hast.
Wann nutzen? Wenn es schnell gehen muss und der exakte Preis zweitrangig gegenüber der sofortigen Ausführung ist.
⏳ 2. Die Limit Order: Der Wunschpreis
Mit einer Limit Order legst du einen maximalen Kaufpreis oder einen minimalen Verkaufspreis fest.
Du sagst: „Kaufe nur, wenn der Preis auf X fällt (Buy Limit)“ oder „Verkaufe nur,
wenn der Preis auf Y steigt (Sell Limit)“.
Vorteil: Du bekommst immer deinen Wunschpreis oder einen besseren. Es gibt keine bösen Überraschungen beim Einstiegspreis.
Nachteil: Es gibt keine Garantie, dass der Trade ausgeführt wird. Wenn der Markt dein Limit-Niveau um einen Cent verfehlt und dann ohne dich davonläuft, bleibst du an der Seitenlinie.
Wann nutzen? Wenn du geduldig bist und einen exakten Einstieg für deine Strategie brauchst.
🛡️ 3. Die Stop-Loss Order: Deine Überlebensversicherung
Dies ist der wichtigste Ordertyp für jeden Trader. Ein Stop-Loss (SL) ist eine Verkaufsorder (bei einem Kauf-Trade), die automatisch ausgelöst wird, wenn der Markt gegen dich läuft und einen bestimmten Preis erreicht.
Zweck: Begrenzung deines Risikos. Er verhindert, dass ein kleiner Fehler dein gesamtes Konto vernichtet.
Goldene Regel: Trade niemals ohne Stop-Loss!
Er ist deine emotionale Notbremse, die dich schützt, wenn du nicht am Computer bist.Wichtig: Ein Stop-Loss wird bei Erreichen des Preises zu einer Market-Order. In extremen Crash-Situationen kann der Ausführungspreis daher leicht vom Stop-Level abweichen.
💰 4. Die Take-Profit Order: Gewinne sichern
Die Take-Profit Order (TP) ist das Gegenstück zum Stop-Loss. Sie schließt deinen Trade automatisch,
wenn ein bestimmtes Gewinnziel erreicht wurde.
Zweck: Gier kontrollieren. Viele Trader machen den Fehler, Gewinne nicht mitzunehmen, in der Hoffnung auf „noch mehr“ – nur um zuzusehen, wie der Markt dreht und der Gewinn schmilzt.
Vorteil: Dein Plan wird diszipliniert ausgeführt.
Du sicherst dir deinen Profit exakt dort, wo deine Strategie es vorgesehen hat.
| Ordertyp | Ziel | Ausführung | Preisgarantie |
|---|---|---|---|
| Market | Schnelligkeit | Sofort | Nein (Slippage möglich) |
| Limit | Bester Preis | Nur zum Wunschpreis | Ja |
| Stop-Loss | Risikoschutz | Automatisch bei Verlust | Nein (wird zur Market Order) |
| Take-Profit | Gewinnmitnahme | Automatisch bei Ziel | Ja |
💡 Investalo-Tipp: OCO-Orders (One Cancels the Other)
Fortgeschrittene Plattformen erlauben es dir, Stop-Loss und Take-Profit gleichzeitig zu setzen.
Wenn eine der beiden Orders ausgeführt wird (weil der Preis entweder ins Ziel oder in den Stop läuft),
wird die andere automatisch gelöscht. So verhinderst du, dass „Geister-Orders“ in deinem Konto zurückbleiben.
🔑 Fazit: Disziplin durch Technik
Ordertypen sind nicht nur technische Befehle, sie sind Werkzeuge deiner Disziplin. Durch den Einsatz von Limits, Stops und Take-Profits nimmst du die Emotionen (Angst und Gier) aus dem Handel.
Dein Broker arbeitet für dich, während du den Kopf für die nächste Analyse frei hast.
Was bringt die beste Order, wenn die Menge nicht stimmt? Im nächsten Artikel schauen wir uns das Positionsmanagement an – wie du berechnest, wie viel du pro Trade riskieren darfst.
